Was ist Rechenschwäche oder Dyskalkulie?
Generell kann man sagen, dass rechenschwache Kinder nicht rechnen sondern zählen. Der Grund dafür ist, dass die Kinder kaum in der Lage sind, (abstrakte) Zahlen mit (konkreten) Mengen tatsächlich in Verbindung zu bringen. Das ist meist der Kern der Rechenschwäche oder Dyskalkulie, wie die Rechenschwäche auch genannt wird.
Diesem Kern können aber zahlreiche weitere Probleme vorgelagert sein oder weitere Probleme ergeben sich dann zwangsläufig aus dem Unvermögen zu rechnen.
Man geht heute davon aus, dass 15 Prozent aller Grundschüler in verschiedenen Erscheinungsformen rechenschwach sind und einer speziellen Hilfe bedürfen. Die Öffentlichkeit weiß nach wie vor sehr wenig über das Problem.
Die folgenden Merkmale können Anzeichen einer Rechenschwäche sein
- Das Kind benötigt ungewöhnlich viel Zeit für Rechenoperationen und zeigt schnell einen Erschöpfungszustand.
- Das Kind ist deshalb oft nicht bei der Sache, sondern wirkt abgelenkt und unkonzentriert.
- Trotz intensiven Übens werden keine wesentlichen Fortschritte erzielt, Geübtes wird schnell wieder vergessen.
- Widersprüchliche Ergebnisse (bei denen jeder sagt: "Das kann doch gar nicht sein!") werden nicht bemerkt und/oder einfach hingenommen.
- Das Kind schreibt Zahlen lauttreu (z.B. zweihundertzwanzig = 20020).
- Das Kind benutzt beim Rechnen, oder besser gesagt: beim Zählen, heimlich oder offen die Finger.
- Das Kind fragt dauerhaft und unsicher nach: "Ist das richtig?"
Kontakt
Jörg Nocke
IDR Kassel
Institut für Dyskalkulie / Rechenschwäche
Brunnenstr. 3
34130 Kassel
Tel. 0 56 1 - 81 04 25 1
j.nocke@idr-kassel.de



